Erste Körung
Samstag, 19. April, 2008
Endlich war es soweit. Am Samstag den 19.04.2008 sollte ich meine Geschwister wiedersehen. Die Vorfreude war riesengroß, und so fuhren wir um 6:00 morgens in Lünow los. Es sollte so etwas wie eine Jüngstenbeurteilung stattfinden. War mir völlig egal, ich wollte doch einfach nur meine Geschwister treffen.
Auf dem Platz konnte ich zunächst einmal Helga und Reinhard begrüßen, die ich doch auch schon 2 Monate nicht gesehen hatte. Oh war das schön! Meine Zweibeiner mussten danach mit mir in die Feldmark verschwinden, sonst hätte ich mich gar nicht mehr eingekriegt.
Zurück auf dem Platz traf ich mein Schwesterchen Ayala und dann meinen Bruder Aurin. Mit beiden durfte ich gar nicht sofort spielen. Die Zweibeiner redeten von Platzordnung und solch Zeugs – man sind die schräg drauf. Wir haben uns aber kurz begrüßt und verabredet, dass wird die Sache irgendwie schon hinbekommen.
Danach begann der offizielle Teil der Veranstaltung. Uwe Hansen, ein freundlicher Zweibeiner, erklärte uns kurz, worum es bei einer Körung geht, und dass Veranstaltungen dieser Art die Grundlage für die Zucht gesunder und wesensfester Hovis sind.

Später sagte uns Mama Leentje, dass gerade dieser Uwe Hansen aus mehrerlei Gründen ganz großen Anteil daran hat, dass es uns überhaupt gibt. Er ist unter anderem so etwas wie der Ziehvater aller Hovawarte im HZD und auch noch der Züchter von unserem Opa Halldor.
Den kann ich nicht enttäuschen, sagte ich mir, und spazierte kurz darauf mit Bruder Aurin in den Ring. Wir hatten nämlich die Startnummern 1 und 2 gezogen.

Wir wurden eingehend gemustert und untersucht. Anscheinend war man zufrieden mit uns, so dass der Bericht nur positives zu vermelden wusste, Zitat:
"4 Monate alter sm Rüde mit bereits kräftigen Knochen. Der Schädel ist kräftig mit korrekt angesetztem Behang, korrektem Stop und kompletter Markenzeichnung. Das Scherengebiss befindet sich im Zahnwechsel, ist, soweit erkennbar, aber komplett. Der Rüde hat ein dunkelbraunes Auge, eine gerade Rückenlinie, die Rute ist korrekt. Hoden vorhanden. Das Haarkleid ist tiefschwarz, glänzend und leicht gewellt, die Markenzeichnung an den Läufen komplett, klar abgegrenzt und von mittelblonder Farbe. Das Gangwerk ist altersgemäss korrekt und in den Läufen korrekt gewinkelt. Freundliches, aufgeschlossenes Wesen."
Über mich mögen andere urteilen, aber bei meinem Bruder Aurin gebe ich dem Körmeister recht: Er ist wirklich ein super Typ, nicht wahr?

Auch meine anwesenden Schwestern Ayala, Amira und Antonia gefielen dem freundlichen Hovi-Meister außerordentlich. Er sprach abschließend von einem kräftigen, gesunden und ausgeglichenem Wurf und bezeichnete uns als ausgesprochen sicher und freundlich. Dann wollten die Zweibeiner auch noch ein Gruppenbild von uns, bei dem wir uns ruhig verhalten sollten. Aber wir waren lange genug ruhig, die sollten uns doch endlich toben lassen.

Schließlich hatten unsere Zweibeiner ein Einsehen, und wir durften außerhalb der Anlage ausgiebig miteinander toben. Das war dann glücklicherweise nicht alles. Nach einer kurzen Verschnauf- und Schlafpause durften wir sogar in dem nun freien Welpenring auf dem Platz toben. Die erwachsenen Hovis, die fremden Zweibeiner und ihre seltsamen Rituale und Spiele waren uns völlig egal. Bei uns ging von nun an die Post ab.

Unsere Menschen hatten sich logischerweise viel zu erzählen und haben auch einige unserer Streiche gepetzt. Sollen sie doch. Wenn die wüssten, was wir noch so drauf haben. Die werden sich noch wundern. Zwischendurch gab es noch einen Fototermin mit Helga und Mama Leentje. Man war das anstrengend, wir haben es den Zweibeinern so schwer wie möglich gemacht.

Schließlich aber bekamen sie doch was sie wollten und haben einen Augenblick ausgenutzt, in dem wir gerade etwas schwächelten. So kam dieses völlig untypische Bild zustande.

Das sollte uns nicht noch einmal passieren. Wir tobten noch einmal ausgiebig, bis wir nicht mehr konnten und uns voneinander verabschiedeten.



Logischerweise nicht, ohne uns für den Sommer erneut zu verabreden. Wir hoffen, dass wir dann auch unsere restlichen Geschwister treffen werden.
Von der Heimfahrt habe ich leider nicht viel mitbekommen. Ich war so platt, dass ich nur noch schlafen konnte. Es war jedenfalls sehr schön. Hoffentlich fahren meine Zweibeiner noch recht oft mit mir nach Westfalen um Helga, Reinhard, Mama Leentje, Blitzi und den Rest der Schnutetunker zu treffen.
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